Energieausweis und EnEV 2009

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EnEV-Novelle oder GebäudeEnergieGesetz? GEG-Start | Nachrichten | > 14.02.2018

Koalitionsvertrag und neues Bundesbaumini-
sterium unter der energiesparrechtlichen Lupe

Kommentar von Melita Tuschinski, Redaktion EnEV-online

© Grafik: Brigitte Herrmann - Fotolia.com


Kurzinfo: Der zweite Schritt in Richtung Bundesregierung ist nun geschafft: CDU, SPD und CSU haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Der Ressort Bauen soll voraussichtlich im Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat angesiedelt sein unter der Führung von Horst Seehofer (CSU). Wir haben uns die Vereinbarung der potenziellen Koalitionäre für Sie angesehen und die "energieeinsparrechtliche Aspekte herausgepickt". Lesen Sie unseren Kommentar dazu.

Aufzählung

Koalitionsvertrag

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Wohnraumoffensive

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Energiewende

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Bahnhöfe und Denkmalschutz

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Innovation und Wirtschaftlichkeit beim Bauen

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Neues GebäudeEnergieGesetz kommt!

Aufzählung

Energetische Gebäudesanierung

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HOAI und Forschungsinitiative Zukunft Bau

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Neues Bundesbauministerium

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Fazit und Ausblick

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1. Wohnraumoffensive

Im Kapitel "Lebenswerte Städte, attraktive Regionen und bezahlbares Wohnen" verspricht der Koalitionsvertrag eine Wohnraumoffensive: "1,5 Millionen neue Wohnungen und Eigenheime. Prüfauftrag für Freibeträge für Familien beim Ersterwerb von Wohneigentum ohne Rückwirkung beim Länderfinanzausgleich. 2 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau. Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Im bezahlbaren Mietsegment steuerliche Anreize für freifinanzierten Wohnungsneubau.  Wir unterstützen Familien beim Erwerb von Wohneigentum: Baukindergeld in Höhe von 1.200 Euro je Kind pro Jahr."

Dazu hat der FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. als praktische Lösung das „500.000 Dächer-Programm“ vorgeschlagen: „Vor allem in Ballungsräumen, Groß- und Universitätsstädten ist der Wohnraum knapp und das Wohnen teuer. Aufstockungen bestehender Gebäude können einen wesentlichen Beitrag zur Lösung des Wohnungsmangels leisten. Denn die Potentiale für Aufstockungen in Deutschlands Ballungszentren sind enorm: Mehr als 1,5 Millionen zusätzliche Wohnungen können hier schnell, kostengünstig und effizient durch Dach-Aufstockung entstehen. Das hat eine Studie der Technischen Universität Darmstadt und des ISP Pestel Institutes für Systemforschung Hannover bereits 2015 festgestellt. Um das große Potential zu heben, müssen baurechtliche und wirtschaftliche Hemmnisse auf kommunaler, Landes- und Bundesebene beseitigt und Investoren für die Schaffung neuen Wohnraums durch Aufstockungen und Dachausbauten begeistert werden. Wir regen an, dass die neue Regierungskoalition einen Masterplan zur Erschließung dieser Potentiale in Auftrag gibt und in der Umsetzung die Bundesebene eine aktive, koordinierende Rolle, vergleichbar zum Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen, einnimmt. Ziel soll sein, mit einer 500.000 Dächer Initiative attraktiven neuen Wohnraum in Ballungsgebieten zu schaffen.“

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2. Energiewende

Auch ein "Erfolgreiche Wirtschaft für den Wohlstand von morgen" wollen die Koalitionäre in ihrer Regierungszeit fördern. Zum Thema "Energie" heißt es im Vertrag: "Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende und Klimaschutzpolitik ist ein weiterer zielstrebiger, effizienter, netzsynchroner und zunehmend marktorientierter Ausbau der Erneuerbaren Energien. Unter diesen Voraussetzungen streben wir einen Anteil von etwa 65 Prozent Erneuerbarer Energien bis 2030 an und werden entsprechende Anpassungen vornehmen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss deutlich erhöht werden, auch um den zusätzlichen Strombedarf zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr, in Gebäuden und in der Industrie zu decken."

Der Bundesverband Erneuerbare Energie BEE fordert ein jedoch ein Sofortprogramm für mehr Klimaschutz: „Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag zum Pariser Klimaschutzabkommen und zu einem deutlich schnelleren Ausbau Erneuerbarer Energie bekannt. Nun müssen rasch konkrete Maßnahmen folgen, um das Potenzial für Treibhausgaseinsparungen und für die Modernisierung unserer Energiewirtschaft auch zu nutzen“, kommentiert BEE-Geschäftsführer Dr. Peter Röttgen das Regierungsprogramm der Großen Koalition. „Erneuerbare Energien können wesentlich mehr zum Klimaschutz und zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen – und dies zu immer günstigeren Preisen. Die Große Koalition sollte alles daran setzen, um die Klimaziele 2020 schnell zu erfüllen und darf entsprechende Maßnahmen nicht auf die lange Bank schieben“, so Röttgen weiter. Es sei daher richtig, wenn der Koalitionsvertrag hervorhebe, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien deutlich gesteigert werden soll. Die Erneuerbaren-Branche werde die Koalition daran messen, ob sie dieses Versprechen sektorenübergreifend umsetze. Die vorgesehenen Sonderausschreibungen für Wind Onshore und Photovoltaikanlagen seien erste Anzeichen dafür, dass die Politik den Ausbau Erneuerbarer Energien beschleunigen wird. In den Folgejahren müsse der jährliche Ausbau für alle Erneuerbare Energien-Technologien signifikant erhöht und gesichert werden. Hierzu seien im Koalitionsvertrag jedoch noch keine Details enthalten.

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3. Bahnhöfe und Denkmalschutz

Für ein „Tausend-Bahnhöfe“-Förderprogramm zur Attraktivitätssteigerung gerade kleinerer Bahnhöfe, das Bahnanlagen und das Bahnhofsumfeld einbezieht, wollen wir die Länder, Kommunen und die Deutsche Bahn als Partner gewinnen. Damit wollen wir u. a. die Sanierung von Bahnhofsgebäuden fördern.

Unter dem Titel "Kulturelles Erbe, Kolonialismus, Flucht und Vertreibung" verspricht der Koalitionsvertrag: "Es soll ein Programm kultureller Denkmalschutz aufgelegt werden, das unter angemessener Kofinanzierung die Sanierung und Restaurierung von Gebäuden und Denkmälern in der Fläche weiterhin fördert. Den Erhalt des baukulturellen Erbes über die Förderung von Denkmalschutz und -pflege wollen wir im Zusammenwirken mit den Ländern und unter Einbezug von Stätten der Industriekultur fortsetzen und ausbauen, ebenso wie die Förderung der UNESCO-Welterbestätten im Inland sowie das Kulturerhalt-Programm im Ausland. Der Masterplan für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten soll weitergeführt werden."

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4. Innovation und Wirtschaftlichkeit beim Bauen

Im Kapitel "Lebenswerte Städte, attraktive Regionen und bezahlbares Wohnen" befasst sich der Vertrag unter Nummer 4 auch mit der "Innovation und Wirtschaftlichkeit beim Bauen": "Der Bausektor ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland und auch im internationalen Vergleich leistungs- und innovationsstark. Wir wollen die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Baubereiches stärken, die Qualifizierung und Ausbildung von Fachkräften verbessern, der Bauwirtschaft Planungssicherheit für Kapazitäts- und Beschäftigungsaufbau geben, sie unterstützen bei der Suche nach innovativen Lösungen und die Bauverwaltungen leistungsfähiger machen. Das Potenzial für wettbewerbsfähige und wirtschaftliche Lösungen insbesondere beim klimagerechten, ressourcenschonenden und bezahlbaren Bauen wollen wir erschließen. Wir wollen für die Erreichung der Klimaziele und zur Beschleunigung der Energiewende im Wärmesektor die Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien im Gebäudebereich weiter voranbringen. Dabei gelten für uns weiterhin die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit, der Technologieoffenheit, der Vereinfachung sowie der Freiwilligkeit. Die anzustrebenden CO2-Einsparungen können auch auf Quartiersebene bilanziert werden."

Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. sieht im Koalitionsvertrag aus Sicht der Immobilienwirtschaft viel Licht und Schatten, so auch einige wichtige Signale für verbesserten Klimaschutz: "Der ZIA begrüßt die neuen Instrumente für die Energiewende im Gebäudesektor. Die Koalitionäre haben sich auf Technologieoffenheit, Wirtschaftlichkeit, Vereinfachung und Freiwilligkeit verständigt. Das ist der richtige Weg. Insbesondere die Vereinfachung des Ordnungsrechts und die geplante Bilanzierung von CO2-Einsparungen auf Quartiersebene stimmen zuversichtlich." Der ZIA hätte sich lange dafür eingesetzt. Nun solle es endlich kommen! „Die geplante steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ist eine weitere wichtige Triebfeder, um die Ökobilanz unseres Sektors weiter zu verbessern. Eine solche Abschreibungsmöglichkeit schafft neue Potenziale für die energetische Ertüchtigung der Bestandsgebäude. Dort steckt das meiste Potenzial für die Energieeinsparung in unserem Gebiet.. Wir fühlen uns hier mit unseren Vorschlägen ernst genommen, denn die Innovationspartnerschaft zur Diskussion uns Umsetzungen unserer Vorschläge zur CO2-Einsparung geht weiter."

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5. Neues GebäudeEnergieGesetz kommt!

CDU, SPD und CSU wollen zusammen das Ordnungsrecht entbürokratisieren und vereinfachen und die Vorschriften der EnEV, des EnergieeinsparG und des EEWärmeG in einem modernen Gebäudeenergiegesetz zusammenführen und damit die Anforderungen des EU-Rechts zum 1. Januar 2019 für öffentliche Gebäude und zum 1. Januar 2021 für alle Gebäude umsetzen.

Dazu heißt es weiter in ihrem Koalitionsvertrag: "Dabei gelten die aktuellen energetischen Anforderungen für Bestand und Neubau fort. Wir wollen dadurch insbesondere den weiteren Kostenauftrieb für die Mietpreise vermeiden. Zusätzlich werden wir den Quartiersansatz einführen. Mögliche Vorteile einer Umstellung künftiger gesetzlicher Anforderungen auf die CO2-Emissionen werden wir prüfen. Die mögliche Umstellung soll spätestens bis zum 1. Januar 2023 eingeführt werden."

Dazu meint der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.: "Wohnungswirtschaft begrüßt Abschluss der Koalitionsverhandlungen – Jetzt klaren Kurs für mehr bezahlbaren Wohnraum setzen! Keine Verschärfung der aktuellen energetischen Anforderungen: Die Wohnungswirtschaft begrüßt ausdrücklich, dass die aktuell geltenden energetischen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016 an den Wohnungsneubau und den Bestand weiter gelten sollen. Eine Umstellung der gesetzlichen Anforderungen auf CO2-Emissionen soll geprüft werden. Damit wurden zwei wichtige Forderungen der Wohnungswirtschaft umgesetzt. "Das ist ein gutes Zeichen für Mieter, Vermieter und den Klimaschutz", so der GdW-Chef. Das wird planerische Kreativität für einen bezahlbaren Klimaschutz freisetzen. Ein „Weiter so“ mit weiterer linearer Verschärfung der ohnehin hohen Effizienzvorgaben im Gebäudebereich würde den Wohnungsbau weiter massiv verteuern und in keinem Verhältnis zum Nutzen für Mieter und Umwelt stehen."

Der Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle BuVEG zeigt sich weniger begeistert und findet die "Klimapläne der Koalition dürftig und inkonsequent". Jan Peter Hinrichs, BuVEG-Geschäftsführer dazu "Es ist ein schwerer Fehler, die energetische Sanierung der Gebäude in Deutschland derartig zu vernachlässigen. Energiepolitisch wird Deutschland damit um Jahre zurückgeworfen. Nicht nur die Klimaziele rücken in weite Ferne, auch die Energiewende wird so ernsthaft gefährdet. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sind sich einig, dass Energiewende und Klimaziele nur erreicht werden können, wenn weniger Energie verbraucht wird. Die größten Einsparpotentiale sind dabei im Gebäudesektor. Fast 40 Prozent der gesamten Energie wird hier benötigt. Vor der Wahl hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Einführung eines Steuerbonus für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden geworben. Der Bestand sei ein „schlafender Riese“. Nichts davon findet sich im Koalitionsvertrag wieder. Die geplanten Investitionen von 500 Millionen Euro pro Jahr für Sonderabschreibungen, energetische Sanierung und Familienbaugeld insgesamt, werden keine Impulse setzen können. Statt weiter zu prüfen und weiter in Kommissionen arbeiten zu wollen, müsste endlich umgesetzt werden. Dafür fehlt es der Koalition offenbar an Gestaltungswillen."

Kritisch zeigt sich auch die Deutsche Umwelthilfe DUH: "Ein Einfrieren der Energieeinsparverordnung (EnEV) auf dem jetzigen Niveau, wie im momentan vorliegenden Kapitel Wohnungsbau vorgeschlagen, wäre aus Sicht der DUH ein verheerendes Signal für den Klimaschutz. Stattdessen muss die EnEV mit dem Ziel der Dekarbonisierung von Neubauten sowohl im Wohn- als auch Gewerbebereich konsequent weiterentwickelt werden. Die DUH fordert daher von der neuen Bundesregierung eine an den Klimazielen ausgerichtete Umsetzung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), um das Nebeneinander von Regelwerken zu beenden und den Standard für das Niedrigstenergiegebäude im Neubau zu definieren. Das verlangen auch die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie."

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6. Energetische Gebäudesanierung

Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: "Die Förderung der energetischen Gebäudesanierung wollen wir fortführen und die bestehenden Programme überarbeiten und besser aufeinander abstimmen. Dabei wollen wir erreichen, dass jeder eingesetzte öffentliche Euro dazu beiträgt, möglichst viel CO2 einzusparen. Wir wollen das CO2-Gebäudesanierungsprogramm fortsetzen. Der Austausch von alten, ineffizienten Heizungsanlagen gegen moderne, hocheffiziente Heizungen (auch Brennwertkessel) wird weiterhin zur Erreichung unserer Klimaziele gefördert.
Wir wollen die energetische Gebäudesanierung steuerlich fördern. Dabei werden wir für die Antragsteller ein Wahlrecht zwischen einer Zuschussförderung und einer Reduzierung des zu versteuernden Einkommens vorsehen.
Die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand im Gebäudebereich nehmen wir ernst. Wir wollen einen Gebäudeeffizienzerlass sowie einen energetischen Sanierungsfahrplan Bundesliegenschaften beschließen und im Rahmen der Finanzplanung konsequent umsetzen. Dabei sind die Klimaschutzziele unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebots und der Kosteneffizienz zu erreichen."

 Auch hierzu äußert sich die Deutsche Umwelthilfe DUH sehr kritisch: "Je weniger wir im Neubau machen, umso mehr muss im Gebäudebestand passieren und hier sind die Hürden noch erheblich höher. Zwingend erforderlich ist die steuerliche Abschreibung der energetischen Sanierung. Deren Gegenfinanzierung muss im Zweifel aus Bundesmitteln sichergestellt werden. Die steuerliche Förderung muss mit den anderen Förderprogrammen Hand in Hand gehen. Hierfür fordern wir, eine Reform der bestehenden Systematik anzugehen und umzusetzen, um den Zugang zu Förderung zu vereinfachen und zielgruppenspezifischer auszurichten. Gleichzeitig sollte damit eine anlassbezogene und verpflichtende Energieberatung integriert werden, um auch im Bestand voran zu kommen. Diese ganz konkreten Punkte für den Gebäudebereich müssen durch strukturelles Umdenken und eine Veränderung der Energiebesteuerung einhergehen: Die Klimawirkung von Energieträgern zur Wärmeerzeugung und Fortbewegung müssen sich in der Bepreisung beziehungsweise in der Besteuerung wiederfinden. Das ist wichtig, wenn wir bei der Sektorenkopplung vorankommen wollen. Um die Sektorenkopplung technisch weiterzuentwickeln, muss sowohl die Energieinfrastruktur von Strom, Gas und Wärme als auch die Ladeinfrastruktur zusammen gedacht werden. "

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7. Energieberatung und Technik-Innovation

Die Energieberatung wollen die Koalitionäre laut ihrem Vertrag ausbauen und adressatengerechter gestalten.
Auch werden die Innovationen bei der Gebäudetechnik immer schneller: "Die Technologie von morgen muss auch künftig ihre Chance im Wettbewerb haben. Deshalb wollen wir bei der Erarbeitung der Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudebereich technologische Innovationen besonders fördern. Die öffentlichen Bauleistungen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie fördern insbesondere den Mittelstand. Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) als faire, wettbewerbsneutrale und von allen Bauverbänden getragene Verfahrensregelung garantiert gute Bauleistungen. Sie ist zu sichern und anwenderorientiert weiterzuentwickeln."

Auch die Arbeit im Rahmen des „Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen“ eingesetzten Baukostensenkungskommission wollen sie fortsetzen: "An den zur Umsetzung ihrer Empfehlungen eingeleiteten Maßnahmen für die Begrenzung der Baukosten wird weitergearbeitet. Wir werden Maßnahmen vermeiden, die die Schaffung von Wohnraum verteuern. Normen müssen auf ihren Nutzen überprüft und auf ihren erforderlichen Umfang reduziert werden. Durch Abschaffung überflüssiger Vorschriften auf allen Ebenen wollen wir Kostensenkungspotenziale erschließen. Wir setzen uns dafür ein, dass für jede neue Normung im Bereich des Bauens eine Folgeabschätzung für die Kosten des Bauens und Wohnens vorgenommen wird, die zur Entscheidungsgrundlage über die Einführung einer Normung gemacht und öffentlich zugänglich (Internetportal) dokumentiert wird. Wir streben eine stärkere Harmonisierung des Bauordnungsrechts im Einklang mit den Ländern an, insbesondere beim Brandschutz. Das serielle und modulare Bauen soll im Rahmen des Forschungsprogramms „Zukunft Bau“ weiterentwickelt und in Modellprojekten erprobt werden. Wir wollen die Länder dabei unterstützen, referenzielle Baugenehmigungen einzuführen. Wir wollen eine gemeinsame Initiative mit der Bauwirtschaft und weiteren betroffenen Partnern anschieben, um ein Maßnahmenbündel gegen Arbeitskräftemangel zu entwickeln."

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8. HOAI und Forschungsinitiative Zukunft Bau

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) sei ein unverzichtbares Instrument zur Sicherung von Bauqualität und Baukultur und Voraussetzung eines fairen Leistungswettbewerbs, stellt der Koalitionsvertrag fest. "Wir werden uns für den Erhalt in Deutschland auf europäischer Ebene einsetzen. Wir wollen die hohe Qualität der Ausbildung von Architekten und Ingenieuren auch künftig sicherstellen. Die Forschungsinitiative Zukunft Bau wollen wir fortsetzen und mit Blick auf die Themen Klimaschutz und CO2-neutrale Gebäudekonzepte, studentisches Wohnen, bezahlbares Bauen, Digitalisierung und Holzbau entsprechend weiterentwickeln. Beim Bauen mit Holz sehen wir weiteres Entwicklungspotenzial und wollen prüfen, mit welchen Maßnahmen bestehende Hürden und Hemmnisse abgebaut werden können.

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9. Neues, angedachtes Bundesbauministerium

Horst Seehofer, CSU, soll voraussichtlich Bundesminister für Inneres, Bauen und Heimat werden.

Horst Seehofer, CSU, soll voraussichtlich Bundesminister für Inneres, Bauen und Heimat werden.                                                                       Foto: CSU.de

Wenn es dabei bleibt, soll Horst Seehofer von der CSU dem neuen "Super-Bundesministerium" für Inneres, Bauen und Heimat vorstehen. Wir hatten vor Jahren bereits in Berlin einen CSU-Bundesbauminister: Peter Ramsauer war vom 28. Oktober 2009 bis zum 17. Dezember 2013 Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung - auch im Merkel-Kabinett. In Bayern sind übrigens das Ressort des Inneren und des Bauens auch schon lange unter einem Dach angesiedelt.

Mit Blick auf die Energieeinsparverordnung (EnEV) fiel Bayern eigentlich von Anfang als fleißigster "Musterschüler" auf: Es war als erstes Bundesland mit einer Durchführungsverordnung zur EnEV ausgestattet und profilierte sich auch als "Maßgeber" zu den Dämmpflichten nach EnEV. Bayern führte eine neue Messlatte ein zur Prüfung ob die oberste Geschossdecke unter dem Dachboden eines Hauses tatsächlich nach EnEV nachgedämmt werden muss. Es nahm die Baunorm für den Mindestwärmeschutz als Maßstab und inzwischen hat auch die EnEV 2014 diese Meßlatte integriert.

Allerdings berichteten wir im Juni 2017, dass der bayerische Bau- und Innenminister Joachim Herrmann die
Energieeinsparverordnung (EnEV) auf mögliche Brandgefahren untersuchen lassen wolle. Im Interview hörten wir dann allerdings weniger kritische Töne und erfuhren erfreut, dass der Bauminister die vom Bund verfolgte Zusammenlegung der energieeinsparrechtlichen Regelungen für Gebäude begrüßte. Allerdings betonte er auch seine Abneigung gegen höhere energetische Standards und Baukosten: "Wir werden aber weiterhin darauf achten, dass auf weitere Verschärfungen der energetischen Standards verzichtet wird. Denn die Rahmenbedingungen für den dringend erforderlichen verstärkten Wohnungsbau dürfen durch massive zusätzliche Kostenbelastungen nicht weiter erschwert und verschlechtert werden. Ebenfalls wichtig ist uns eine grundlegende Vereinfachung des  Energieeinsparrechts für Gebäude."

Und nicht zuletzt: Wir haben in EnEV-online immer wieder nachgefragt und darauf hingewiesen, dass ein eigenständiges Bundesbauministerium eine gute Lösung sein könnte: Auf dem Weg zum GebäudeEnergieGesetz GEG Ein allumfassendes Bundesbauministerium als Lösung für das künftige Energieeinsparrecht?

Man wird sehen wie es in Berlin weiter geht ...

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10. Fazit und Ausblick

Aus unserer Sicht ist insbesondere die Ankündigung der Zusammenführung der energiesparrechtlichen Regelungen für Gebäude von Interesse. Der 114-Paragraphen-lange Entwurf von 2017 blieb auf dem parlamentarischen Weg vor der Schwelle des Bundeskabinetts stecken. Nun haben verschiedene Verbände und Initiativen Vorschläge für ein erheblich abgespecktes GEG ausgearbeitet.

Es wird sich zeigen, ob man den alten Entwurf aus der Schublade herausholt oder versucht mit neuem Blick tatsächlich viel übersichtlichere, klare, einfache Regeln aufzustellen, die dennoch die EU-Vorgaben erfüllen. Wir werden es dieses Jahr erleben, denn ab dem 1. Januar 2019 müssen Bauanträge für öffentliche Neubauten und ab 1. Januar 2021 auch für alle anderen Neubauten den von der EU definierten Niedrigstenergiebestand erfüllen.

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Melita Tuschinski, Dipl.-Ing. UT Austin, Freie Architektin, Stuttgart